Vor knapp einer Woche ist mein Netbook von Samsung N220 eingetroffen, das ich mir hauptsächlich für das Studium gekauft habe. Im nachfolgenden Text werde ich zum einen darauf eingehen, wie man die nicht erkannte Hardware zum laufen bringt und zum andern Ubuntu so einrichten kann, damit man möglichst viel vom Display hat.
Vorbereitung und Installation
Ich habe mich für das langzeitunterstütztes Ubuntu Lucid Lynx entschieden, da ich das Netbook hauptsächlich zum Arbeiten benötige. Die Architektur des verbauten Prozessors N450 von Intel ist 64bit, daher habe ich das Alternate 64bit Image heruntergeladen. Anschließend wurde noch ein Live-USB-Stick erstellt, da in Netbooks bekannter Maßen kein CD-Laufwerk verbaut ist.
Nachdem der USB-Stick mit den Daten fertig bestückt war, kann die Installation beginnen. Bis auf die Partitionierung, bei der ich mich für ein verschlüsseltes Logical Volume Manager (kurz LVM) entschieden habe, gab es nichts spektakuläres.
Hardware
Der proprietäre Treiber für WLAN wird beim ersten Start bereits automatisch gefunden und zum Installieren angeboten.
Dass es sich bei dem Touchpad um ein Multitouchpad handelt, wird von Ubuntu jedoch leider nicht erkannt, sodass man sich selber behilflich sein muss. Durch einen Forenbeitrag auf ubuntuusers bin ich auf eine Lösung gestoßen. Man erstellt sich ein Script mit folgendem Inhalt:
#!/bin/bash
sleep 15
xinput set-int-prop "SynPS/2 Synaptics TouchPad" "Synaptics Two-Finger Width" 32 8 &
xinput set-int-prop "SynPS/2 Synaptics TouchPad" "Synaptics Two-Finger Pressure" 32 40 &
xinput set-int-prop "SynPS/2 Synaptics TouchPad" "Synaptics Two-Finger Scrolling" 8 1 1 &
exit 0
Dieses Skript trägt man danach bei den Startprogrammen ein, damit es nach jedem Anmelden ausgeführt wird.
Einige Fn-Tasten sind leider nicht automatisch von Ubuntu belegt, sodass man hier ein wenig selber Hand anlegen muss. Im ubuntuusers Wiki bin ich auf folgende Lösung gestoßen. Man muss dazu ein PPA einbinden und anschließend die Pakete samsung-tools und samsung-backlight installieren:
sudo add-apt-repository ppa:voria/ppa
sudo apt-get update && sudo apt-get install samsung-tools samsung-backlight
Nach der Installation kann man über System › Einstellungen › Samsung Tools Einstellungen seine Tasten belegen und zudem noch den Anfangstatus von Bluetooth, der Webcam, der WLAN-Karte und den CPU-Lüfter bestimmen.
Einstellungen
Bei den Startprogrammen habe ich Evolution-Alarmbenachrichtigung, GNOME Login Sound, Ubuntu One sowie Visuelle Rückmeldung deaktiviert, da ich persönlich diese Dienste nicht benötige und somit der Start ein wenig beschleunigt wird.
Bluetooth wurde ebenfalls abgeschalten, um im Batteriemodus Strom zu sparen.
Damit die Uhr zu jeder Zeit mit der Atomuhr über das Internet synchronisiert wird, muss man lediglich den NTP-Dienst installieren und danach Ubuntu mitteilen, dass die Zeitinformation aus dem Internet zu holen ist.
In der Konfigurationsdatei .config/user-dirs.dirs werden die Standardordner für beispielsweise Dokumente, Bilder oder Videos festgelegt. Diese Datei habe ich an meine Ordnerbenennung angepasst. So habe ich zum Beispiel den Ordner Vorlagen in .templates geändert, sodass dieser Ordner in Nautilus standardmäßig nicht mehr angezeigt wird.
Den Dialog „Anwendung ausführen“ habe ich über „Tastenkombinationen“ nicht, wie standardmäßig belegt, auf ALT+F2 belassen, sondern auf SUPER+LEERTASTE umgebunden. Somit kann ich relativ schnell die meisten Programme starten, ohne dass ich Programme wie GNOME Do benötige.