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Alles zu “flattr”

18.05.2010

Flattr: Wenig Geld für viel Inhalt

von elm.

Flattr ist ein Projekt um Produzenten und Konsumenten im Internet näher zusammenzubringen. Es geht dabei nicht um Produzenten und Konsumenten im landläufigen Sinn, sondern um Menschen, die in ihrer Freizeit tolle Inhalte erstellen und publizieren und um Menschen die solche Inhalte gerne honorieren würden. Flattr möchte hier ansetzen und es ermöglichen, ein Werk angemessen wertzuschätzen und für ein Werk eine kleine Entlohnung zu bekommen.

Das Prinzip ist einfach. Jeder, der gerne ein wenig Geld an Blogger oder Podcaster oder ähnliches spenden will, zahlt an Flattr eine monatlichen Beitrag. Den Betrag, der gespendet wird, wählt man selbst aus. Ab 2€ ist man dabei.

Flattr Dashboard

Wenn man dann auf einen Blog kommt, oder ein Video findet, dass man sehr gut findet, klickt man einfach auf den Flattr-Button und schon bekommt der Produzent einen kleinen Beitrag. Wie hoch ist der Beitrag? Nun, am Ende jedes Monats wird der Betrag, den man an Flattr zahlt, unter den angeklickten ‘Things’ aufgeteilt. Und zwar in genau so viele Teile, wie man ‘Things’ im Monat angeklickt hat. An jeden Produzenten geht also genau der gleiche Teil. Klickt man also 100 verschiedene ‘Things’ an, werden an jeden der 100 Produzenten 2€ / 100 = 0,02€ ausgezahlt. Im einzelnen ist das ein sehr kleiner Teil, doch je mehr Menschen mitmachen, umso mehr kleine Spenden kommen zusammen und wie sagt man (so schön wohl eher nicht): Auch Kleinvieh macht Mist.

Bietet man selbst ‘Things’ an, kann man sich das Geld, dass man bekommen würde, direkt auf den eigenen Flattr-Account gutschreiben lassen und so direkt weiter spenden. Damit man überhaupt etwas mit Flattr-Button anbieten kann, muss man sich natürlich bei Flattr anmelden und mindestens 2€ spenden. Die Flattr-Buttons neben dem eigenen ‘Thing’ sind nur aktiv, solange man selbst Geld hat, das verteilt werden kann.

Hat man in einem Monat keine Flattr-Button angeklickt wird das Geld zu einem guten Zweck gespendet. Flattr selbst nimmt sich zur Finanzierung im Moment 10% von dem eingezahlten Geld. Wie diese Abrechnung genau stattfindet ist allerdings nicht ganz klar. Wenn man Geld einzahlt oder sich auszahlen lässt wird laut FAQ nur die Gebühr von PayPal berechnet. Die 10% müssen also abgezogen werden, wenn die 2€ am Ende des Monats auf die Empfänger aufgeteilt werden. Ich habe noch kein Ende eines Monats miterlebt, aber hier muss auf jeden Fall ein transparentes System geschaffen werden, so dass es einfach nachvollziehbar ist, wohin wie viel Geld fliest und ob es auch dort ankommt, wo es soll. Hier muss Flattr erst noch beweisen, dass es den harten Kriterien, die zweifelsohne gestellt werden, gerecht wird.

Bis jetzt kann man nur über PayPal sein Flattr-Konto aufladen. Ob sich das noch ändert und zum Beispiel auch Überweisungen zugelassen werden, ist nicht bekannt.

Flattr befindet sich noch in der Beta-Phase und es gibt noch keinen Termin, wann es diese verlassen wird. Man kann aber eine eMail-Adresse angeben, wenn man eine Einladung bekommen möchte. In meinem Fall hat das ein wenig mehr als eine Woche gedauert, bis ich eine Einladung bekommen hab.

Die Idee kommt von Peter Sunde, ein Schwede, der durch The Pirate Bay bekannt wurde. Es soll ein soziales Mikrobezahlsystem entstehen, bei dem jeder selbst entscheidet, wie viel Geld er spenden möchte und wofür es bestimmt ist und bei dem die Inhaltsanbieter direkt profitieren können, wenn sie beliebten Inhalt anbieten. Hier ist noch das offizielle Video, das auf Englisch noch einmal das Prinzip erklärt:

http://www.youtube.com/watch?v=9zrMlEEWBgY

Hier ist natürlich auch gleich mal der obligatorische Flattr-Button zum Flattr-Beitrag, den ihr am Besten gleich mal anklicken könnt, damit auch klar ist, wie das funktioniert. ;)